Holunderbeere

Holunderbeeren


Einleitung:
Wer kennt nicht das Märchen von Frau Holle. Aber wussten Sie, dass sich hinter dieser Märchenfigur eine Schutzgöttin der Germanen verbirgt. Sie soll ihren Wohnsitz im Holunderstrauch haben oder im »Hollerstrauch«, wie er früher hieß. Der Schnee, der auf die Erde fiel, wenn sie die Federkissen schüttelte, das sollen weisse Holunderblüten gewesen sein.

Auch später pflanzte man diesen Busch gerne neben das Haus, um sich vor Gefahren zu schützen. Es ranken sich viele weitere Mythen um den Holunder. Kein Wunder, denn bereits in der Antike galt er als Heilpflanze für die verschiedensten Leiden.

Lassen Sie sich die Früchte des schwarzen Holunders nicht entgehen, denn sie sind sehr reich an Vitamin C und aus den reifen Beeren lassen sich gesunde Köstlichkeiten zubereiten.

Der schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist seit Jahrhunderten als Heil- und Nutzpflanze bekannt. Holunderbeeren, auch Fliederbeeren oder Holler genannt, gehören zu den Steinobstfrüchten. Sein Vorkommen reicht von Europa bis Asien. Zu seinen natürlichen Standorten zählen feuchte Waldlichtungen, Flussufer, Wegränder, Hecken und Waldränder.

Die reife Holunderbeere wird von August bis September geerntet. Die Beeren werden in ganzen Dolden gepflückt und dann abgestreift. Holunderbeeren leisten einen wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung. Sie haben nicht nur ein sehr gutes Aroma, sondern enthalten auch reichlich Vitamine und Mineralstoffe.

Steckbrief: Schon in der vorwissenschaftlichen Heilkunst Europas wurde Sambucus nigra L. (der Schwarze Holunder) verwendet, um Fieber zu senken und Erkältungen vorzubeugen. Die Beeren besitzen wertvolle medizinische Eigenschaften, da sie Anthocyane, Flavonoide, Zucker, Fruchtsäuren und Vitamine enthalten, wobei vor allem der Anteil der Anthocyane (rote bis blaue Pflanzenfarbstoffe) deutlich höher ist, als bei anderen Obst- und Gemüsesorten. Der Schwarze Holunder ist eines der besten Vorbeugungsmittel gegen den Vormarsch der Grippe und die negativen Auswirkungen einer Erkältung.

Die Volksmedizin benutzt praktisch alle Teile der Pflanze, vor allem aber die Blüten und die Früchte. Die getrockneten Blüten und der Beerensaft haben eine harn- und schweißtreibende Wirkung. Daher sollen sie einerseits bei Rheuma, Gicht und Ödemen, andererseits bei Fieber und Erkältungen helfen. Auch bei Schmerzen, Arthritis und Ischias soll Holunder helfen. Er soll die Abwehrkräfte steigern. In der Tat gibt es Hinweise, daß Wirkstoffe aus Holunder Viren bekämpfen und das Immunsystem anregen können. Von diesen Wirkstoffen enthält die Pflanze eine ganze Mixtur.

Tipp: Wirkungsbereiche
Beeren: Erkältungen, grippale Infekte, Gicht, Harnsteine, Konzentrations- und Lernschwäche, Rheuma.
Blüten: Erkältungen, Fieber, grippale Infekte, Husten, Hautunreinheiten.

Nebenwirkungen
Frische Holunderbeeren sollten nur bedingt gegessen werden. Tee und Saft sind unbedenklich.

Verwendung
Als Homöopathikum wird Holunder (Sambucus nigra) auch bei Rheuma eingesetzt.

* Tee
2 Eßl. der getrockneten Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 5-10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Täglich mindestens 4 Tassen so heiß wie möglich trinken. Dann kann er seine schweißtreibende Wirkung gut entfalten.

Er wird gerne eingesetzt bei fieberhaften Erkältungen (hier auch kombiniert mit Lindenblüten). Um seine harn- und schweißtreibende Wirkung voll entfalten zu können, sollte von dem Tee mindestens vier mal am Tag getrunken werden.

* Saft
Holunderbeeren aufkochen und auspressen. 2 mal täglich ein Glas trinken.

* Essig
30 g frische Holunderbeeren in 1 Liter Weinessig ansetzen und zwei Wochen ziehen lassen, dann abseihen. Den Salat damit würzen oder täglich 1-2 Eßl. davon einnehmen.

* Erkältungs-Bad
100 g getrocknete Blüten auf 1 Liter kochendes Wasser geben. 5 Minuten ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben.

Husten-Sirup, für Kinder
Zutaten:
1 kg Holunderbeerensaft
200-500 g Zucker

Rezept:
Man kocht die Holunderbeeren mit Wasser, bis sie aufgesprungen sind. Dann filtert man durch ein Tuch ab. Dann gibt man den Zucker zum Absud und kocht nochmals eine halbe Stunde. Noch kochend heiß wird der Saft in Flaschen ab. Die Flaschen wurden vorher mit kochendem Wasser ausgespült.

Info: Sambucus nigra L. aus der Sicht der Wissenschaft
Die Wirkung der getrockneten Blüten von Sambucus nigra L. bei Erkältungskrankheiten als schweißtreibendes Mittel und zur Steigerung der Bronchialsekretion ist schon seit langem pharmakologisch anerkannt. Holunderbeeren sind die Teile der Holunderpflanze, die am vielseitigsten zu verwenden sind und einen besonders hohen Heil- und Nährwert haben. Für die Wirkungen der Holunderbeere bei Grippe und grippalen Infekten ist eine große Anzahl verschiedener Inhaltsstoffe verantwortlich.

Die Holunderbeeren enthalten Anthocyane, Flavonoide, Fruchtsäuren und Vitamine. Vor allem der Anteil der Anthocyane, der violett-schwarzen Pflanzenfarbstoffe, ist deutlich höher als bei anderen Obst- und Gemüsesorten. Diese schützen die Zellmembranen vor Veränderungen durch sogenannte Freie Radikale. Dadurch werden Viren, wie zum Beispiel Grippeerreger, davon abgehalten, in die Zellen einzudringen, und so an ihrer Verbreitung im Körper gehindert.

Holunderbeerensaft kann ein Gegengewicht zu den vielfältigen Umweltbelastungen des modernen Lebens schaffen, denn er aktiviert unsere Selbstheilungskräfte und wirkt gegen Ermüdungs- und Ermattungszustände bei grippalen Infekten. Zubereitungen aus Holunderbeeren helfen, vorbeugend die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Erkältungen und Grippe zu stärken und tragen auch zur Abschwächung der Krankheitssymptome bei, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist.

Holunderbeeren helfen in der Erkältungszeit
"Als Wirkstoffe des Schwarzen Holunders, die im Zusammenhang mit grippalen Infekten besondere Bedeutung haben, sind einerseits die Flavonoide und Anthocyane aufgrund ihrer antioxidativen Effekte anzusprechen, andererseits die im Fruchtextrakt enthaltenen Vitamine (vor allem C- und B-Komplex), von denen man eine Unterstützung der Immunabwehr erwarten kann." erläutert Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka vom Institut für Pharmakognosie der Universität Wien.

Inhaltsstoffe:
Kalium
Vitamin C
Niacin
Vitamin A
Eisen
Fluor

Bemerkungen: Um unnötige Schadstoffbelastungen aus Autoabgasen zu vermeiden, sollte man die Holunderbeeren in straßenfernen Gebieten ernten.

Bei der Ernte der Holunderbeeren sind zwei Vorsichtsregeln zu beachten. Zum einen sollten keine grünen Früchte geerntet werden. Diese enthalten soviel potentielle Blausäure, dass damit Vergiftungen möglich sind. Zum anderen sollten die Früchte nur gekocht verzehrt werden, da sie das Gift Sambunigrin enthalten. Beim Verzehr roher Beeren kann es daher zu Magenkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen.

Allerdings ist das Sambunigrin hitzelabil, so daß es durch Kochen zerstört wird. Die Beeren sind dann vielseitig verwendbar, beispielsweise als Suppe, Süßmost, Marmelade oder Likör. Sie sind sehr empfindlich und sollten nach dem Abstreifen vom Stiel vorsichtig in stehendem Wasser gewaschen werden. Für ihre Verwendung als Süßmost reicht es, wenn man die Ästchen mit den Früchten rund um den Stiel abschneidet.

Tipp: Tragen Sie beim Umgang mit den Beeren nicht Ihre Lieblingskleidung. Die Früchte färben stark ab und die Flecken lassen sich nur schwer entfernen. Hilfreich ist es daher auch, bei der Ernte und Verarbeitung Gummihandschuhe zu tragen.

Um von dem hohen Vitamingehalt von frisch zubereitetem Holundersaft zu profitieren, sollten Sie ihn möglichst rasch verbrauchen. Außer zur Saftherstellung können die Beeren auch zur Zubereitung von Likör, Gelee, Marmelade, Desserts und zum Kochen verwendet werden.

Zur längeren Bevorratung kann der Saft der Holunderbeeren auch eingefroren werden und ist so bis zu 12 Monaten lagerfähig.

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